RAUPE IMMERSATT

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Crowdfunding Kampagne von 5 jungen und sympathischen Mädels & Jungs, deren Idee es war, ein Café mit geretteten Lebensmitteln zu eröffnen. So wurde ich das erste Mal auf das Thema Foodsharing aufmerksam.

Foodsharing.de ist eine eine Initiative von freiwilligen Menschen die täglich viele Tonnen Lebensmittel "rettet", verteilt und sie so vor dem Wegwerfen bewahrt.

Jana, Maike Lisandro, Max und Simon haben sich über diese Platform kennen gelernt, sich zusammengetan und das Foodsharing Café "Raupe Immersatt" gegründet. In dem schönen Café am Hölderlinplatz passiert also mehr als nur Kaffee trinken. In dem großen Vitrinenschrank gibt es eine Auswahl an geretteten Lebensmitteln. Mit etwas Glück sitzt man also vor einem leckeren Stück Kuchen und kann kaum glauben, dass dieser sonst zum Wegwerfen bestimmt war.

Neben dem Cafébetrieb finden auch immer wieder Veranstaltungen zum Thema Lebensmittelverschwendung statt wie zum Beispiel Kochkurse und Schnippeldiskos. Es ist schön zu sehen, dass hier nicht nur ein schöner Ort geschaffen wurde, sondern vor allem auch täglich neue Denkanstöße gegeben werden.


Lieber Max, erzähle doch etwas über dich/ euch und wie die Idee zur Raupe Immersatt entstanden ist.

Max: „Ursprünglich komme ich aus Marburg in Hessen. Im Jahr 2012 bin ich nach Stuttgart gekommen und startete mit dem Studium „erneuerbare Energien“.

Meine Kollegen habe ich durch die Initiative „Foodsharing“ kennengelernt – das ist eine deutschlandweite Ehrenamts-Initiative, die sich als Ziel gesetzt hat, Lebensmittelverschwendung einzudämmen und für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln zu sensibilisieren.

 

In Stuttgart sind bei „Foodsharing“ ungefähr 1500 Leute. Irgendwann im Jahr 2016 haben wir Fünf uns getroffen und darüber gesprochen, dass wir die Lebensmittel nicht nur retten und bei den Vertrieben abholen und verteilen möchten, sondern mehr in das Thema der Bewusstseinsbildung gehen möchten um so mehr Menschen zu erreichen und auf das Thema aufmerksam zu machen.

So entstand die Idee zu diesem Café und nach 2 Jahren Suche nach der richtigen Räumlichkeit haben wir das hier nun endlich gefunden."


Wie läuft das Foodsharing hier im Café ab?

Max: „Die Leute hier im Café können sich an der Foodsharing Vitrine bedienen und die verfügbaren Lebensmittel entweder hier vor Ort oder eben zu Hause verzehren.

Wir garantieren hier allerdings nicht Volldienstleister zu sein – man kann hier nicht immer Mittag essen und ebenso wenig jedes Mal ein perfektes Stück Kuchen erwarten. Es ist eher ein experimentelles Kaffee trinken hier – Manchmal ist hier die Hütte voll und jeder hat ein Stück Blaubeertorte vor sich und manchmal gibt es aber auch nichts. Die meisten Tage bewegen sich irgendwo dazwischen.

Gleichzeitig bieten wir aber auch ganz unabhängig von der Initiative „Foodsharing“ Privatpersonen an, ihre Lebensmittel hier abzugeben. Das wird auch recht gut angenommen. Viele kommen zum Beispiel bevor sie in den Urlaub gehen oder wenn nach größeren Feiern etwas übrig geblieben ist.

Bei den Getränken haben wir ein offenes, freies Konzept – wir verkaufen sie nicht zu festen Preisen, da wir keine Menschen ausschließen möchten. Die Leute können hier also selbst entscheiden was sie zahlen möchten. Das funktioniert ganz gut – die, die es können, geben etwas mehr, die anderen weniger und im Schnitt kommen wir so ganz gut hin."


Was ist dein Wunsch für die Zukunft?

Max: "Also schön wäre es natürlich, wenn wir uns hier irgendwann mal etwas selbst auszahlen könnten. Bis auf eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bezahlen wir selbstverständlich unsere Angestellten, aber uns selbst noch nichts.

Wirklich toll wäre es zudem, wenn viele Menschen aus unterschiedlichen Städten unser Konzept auch in deren Stadt realisieren würden. Es wäre super wenn es Wellen schlagen würde wie bei den Unverpackt Läden.

Eine Person in einer Stadt hat es damals angestoßen und seitdem ploppt überall ein neuer Laden auf. Wir sind der Meinung, dass es in jeder Stadt Foodsharing Cafés geben sollte. Diese Bewegung mit der „Raupe Immersatt“ ins Rollen zu bringen, wäre eine sehr schöne Vision!"


Was magst du an Stuttgart?

Max: „Ich mag die Potentiale die in dieser Stadt ruhen. Es gibt sehr viele Seiten die hier aufeinanderprallen, die zu neuen Ideen führen und auch mich hierzu geführt haben. Ich weiss nicht ob mir das in einer anderen Stadt auch so widerfahren wäre.

Tatsächlich habe ich mich sehr verliebt in diese Stadt. Stuttgart ist jetzt nicht besonders schön, aber ich mag was hier so geht und die Szene in die ich mittlerweile so reingerutscht bin, das ist schon cool. Fühlt sich an wie Zuhause."


Vielen Dank, lieber Max, für das Interview. Auf dass die Wellen, die ihr anstoßt, groß werden! "


Raupe Immersatt

Maarit Schneider-Penna 

 

 

Johannesstraße 97 

70176 Stuttgart

 

Mo & Mi - Sa  10 - 22 Uhr

So                    10 - 21 Uhr

Di Ruhetag

 

T 0711 23 09 79 22

 

hallo@raupeimmersatt.de

www.raupeimmersatt.de


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