[ EYD ] CLOTHING

eyd ] - das ist nicht nur die Lautschrift für Hilfe sondern steht darüber hinaus für "empower your dressmaker". Genau das sind die Themen um die es Nathalie Schaller mit ihrem biologischen, fairen und humanitären Modelabel geht.

 

Als ich Nathalie in ihren Atelier- und Büroräumen in Stuttgart Ost besuchte, kam sie mir strahlend entgegen. Grund zu Strahlen hat sie auch, denn mit ihrem Label hat sie etwas Großartiges geschaffen: [ eyd ] ist ein Projekt welches ganz gezielt Frauen in Indien hilft, die von Zwangsprostitution befreit wurden.

Wenn Nathalie über das Projekt erzählt merkt man ihr gleich an wie sehr sie dafür brennt. Seit ihrem ersten Kontakt mit Frauen die von modernem Menschenhandel betroffen waren, ließ die studierte Juristin das Thema nicht mehr los. Und das ist auch gut so. Denn jetzt gibt es [ eyd ]! Und [ eyd ] bietet nicht nur den Frauen in Mumbai die Chance auf ein neues, freies Leben, sondern gibt auch uns hier in Deutschland die Möglichkeit durch den Kauf eines der sehr schönen Produkte, diesen Frauen zu helfen.


Liebe Nathalie, erzähle mir ein bisschen über dich, deinen bisherigen Werdegang und wie die Idee zu eyd ] kam

Nathalie: Ich bin 34 Jahre alt und in Sindelfingen aufgewachsen. Mit meinem Mann und meiner kleinen Tochter Elisa wohne ich in Stuttgart Botnang.

Ich bin studierte Juristin und habe auch ein paar Jahre in diesem Bereich gearbeitet, mich jedoch von Anfang an nicht wirklich in diesem Beruf gesehen.

Nach meinem ersten Examen habe ich mir daher ein Jahr Auszeit genommen um mit Zeit und Ruhe darüber nachzudenken, was ich machen möchte.

Ein halbes Jahr davon war ich mit einer sozialen Organisation unterwegs im Ausland, unter anderem in Kambodscha. Wir haben Schulen renoviert, Unterricht in Englisch gegeben und solche Dinge.

Ein paar Tage halfen wir in einem Heim für ehemalige Zwangsprostituierte und das Thema hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen. Es war extrem schockierend und ich merkte, dass ich über das Thema Menschenhandel und moderne Sklaverei so gut wie nichts wusste.

Was mich vor allem daran berührt hat war die Tatsache, dass das alles Mädchen in meinem Alter waren. Es waren Mädchen wie ich. Ich kam gerade von der Uni und gefühlt stand mir die ganze Welt offen. Diese jungen Frauen zu sehen die von ihrer Familie verkauft wurden und ihre Jugend in Bordellen verbracht haben und in diesem Alter bereits traumatisiert und perspektivlos sind, hat mich so berührt, dass ich nach Hause gekommen bin und ganz klar wusste, ich möchte etwas machen was solchen Frauen hilft.

Zu dieser Zeit wurde gleichzeitig das Thema faire und nachhaltige Mode für mich immer wichtiger.

Ich konnte nicht mehr wirklich guten Gewissens einkaufen, dabei war ich echt eine Shopping-Queen. Irgendwann kam ich auf die Idee ein faires, biologisches Modelabel zu gründen, das speziell solchen Frauen Ausbildung, Job und Perspektive gibt. Und so entstand die Idee zu [ eyd ].



Was ist die Mission hinter [ eyd ]? 

Nathalie: Das Ziel von [ eyd ] ist es Mode zu machen die nicht nur bio und fair ist, sondern auch humanitär.

Humanitär deshalb, weil wir Frauen, die aus Menschenhandel und Zwangsprostitution befreit wurden, eine Perspektive bieten.

Wir arbeiten mit Chaiim zusammen – eine indische soziale Organisation – die befreite Frauen aufnimmt, ausbildet, ihnen Arbeit gibt und dabei ganz speziell auf die individuelle Belastbarkeit der Frauen eingeht. Zusätzlich bekommen die Frauen von der Chaiim Foundation nachmittags Unterricht in Englisch und Mathematik und eine psychologische Betreuung. Für mich ist [ eyd ] eigentlich mehr ein Sozialprojekt welches mit Mode arbeitet als ein Modelabel. Die Frauen sind der Grund warum wir Mode machen.


Was ist das Besondere an Stoffen und Design, auf was legt ihr wert?

Nathalie: Voraussetzung für unsere Stoffe ist, dass sie biologisch und umweltverträglich sind. Wir wollen ja durch und durch was Gutes machen, das heisst niemand in der Kette soll darunter leiden. Daher arbeiten wir hauptsächlich mit Bio Baumwolle und mit Lyocell, ein Material was aus Eukalyptusfasern hergestellt wird und eine tolle Alternative zu Seide ist.

Die Stoffe beziehen wir direkt von zertifizierten Händlern aus Indien um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Von den Schnitten ist es so, dass wir eher minimalistisch unterwegs sind und aufwändige Details vermeiden, um die Frauen nicht zu überfordern und ihnen zu einem schnellen Erfolgsgefühl zu verhelfen.

Es ist ein Sozialprojekt und keine Profi-Schneiderei, das sollte man im Hinterkopf behalten.

Die Frauen sind keine top ausgebildeten Näherinnen, zumindest nicht von Anfang an, und sollen aber trotzdem mit einbezogen werden können. Daher schauen wir, dass wir mit den Designs minimalistisch bleiben und so dem Know How und der Belastbarkeit der Frauen gerecht werden.

An jedem Kleidungsstück gibt es ein Imprint, das bedeutet dass jede Frau ihren eigenen Stempel mit individuellem Motiv hat, mit welchem sie sich dann in dem Produkt an dem sie gearbeitet hat, verewigen kann. Ein kleines, aber sehr wichtiges Detail für die Frauen. Sie können ihren Stempel auf das Produkt setzen und stolz darauf sein was sie geschaffen haben.



Was magst du an Stuttgart?

Nathalie: Stuttgart ist einfach meine Heimat. Hier lebt meine Familie, hier sind meine Freunde und das ist für mich das Wichtigste. Ansonsten hat es hier viele schöne Plätze, schöne Fleckchen und Cafés in denen man gerne ist. Ich mag die Kessellage – sie hat irgendwie etwas kuscheliges. Auf die Baustelle könnte ich verzichten, aber ansonsten fühlen wir uns hier in Stuttgart echt heimisch.

Vielen Dank, liebe Nathalie, für das Interview. And thank you for your [ eyd ]!

Die aktuelle Frühjahr/Sommer Kollektion 2018 könnt ihr übrigens diesen Samstag, 24.3. bei der Release Party im Westquartier bestaunen!


 [ eyd ] Humanitarian Clothing GmbH

 

Landhausstraße 241

70188 Stuttgart

T 0711 420 803 28

 

hello@eyd-clothing.com

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